Brigitte Cabell


Brigitte Cabell

bildende Künstlerin

Vita »

Steine können zu Dialogpartnern werden. Dialog setzt Vorurteilsfreiheit voraus, Offenheit. So befrage ich sie mit Meißel , seltener maschinell. Die scheinbar toten Geschöpfe wie Marmor, Kalkstein, Sandstein – zeigen mir,was in ihnen steckt. Besonders der bis zu 2,4 Milliarden Jahre zählende Serpentin aus Zimbabwe inspiriert meine künstlerische Leidenschaft, die in ihm schlafende Form zu wecken. Ich belasse Herkunft aufweisende Originalbereiche. Der Marmor lockt mich regelmässig in die Steinbrüche von Carrara.

Beim Malen inszeniere ich einen Dialog mit Farben und Formen. Mischtechniken mit Steinmehl, Eisen, auch  Fundstücke, Pigmente  füge ich zusammen. Ich erwarte eher ihre Eindrücke, als dass ich sie ihnen aufdrücke. Zur Zeit beschäftige ich mich mit Porträts mit Darstellung von Gemütsbewegungen und Charaktereigenschaften.


Skulpturen (Auswahl)


Malerei (Auswahl)


Impressionen – Besuch im Wohnatelier


Weitere Bildergalerien von Brigitte Cabell »


 

  • Kunstkritischer Beitrag von Marianna Fantuzzi zur 56. Biennale...

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    ….im Katalog zur Ausstellung vom 18.3.- 7. 4. 2016 im Museum Crocetti in Rom: “L’Italia degle artisti von der 56. Biennale Venedig zur Jubiläumsausstellung der misericordia – Talente und Meister im Vergleich „ Kuratoren Dott. Stefania Pieralice und Prof. Daniele Radini Tedeschi Thema der Ausstellung: paradiesische Ästhetik. Die in der Nähe von Berlin geborene Brigitte Cabell verbrachte viele Jahre ihrer Kindheit und Jugend in Florenz. Jetzt lebt und arbeitet sie in der Nähe von München. Die florentinische Kunstatmosphäre hat ihr die Leidenschaft für Skulptur und Gemälde vermittelt und sie angeregt, schon im Jugendalter ihre ersten Ölbilder auszustellen. Nach dem Abitur studierte sie in Deutschland Medizin und übte bis vor sieben Jahren ihren Beruf als Kardiologin aus. Während der Kliniktätigkeit besuchte sie unterschiedliche Kunstakademien und Kurse, um sich in der Vielfalt der Kunsttechniken zu vervollkommnen, vornehmlich in der Bildhauerei. Während dieser Zeit scheint sich in ihr eine ganz eigene Sensibilität für die unterschiedlichsten Facetten der Gesteinsformen entwickelt zu haben. Sandstein, Marmor, Serpentin aus Zimbabwe und Alabaster werden für sie die Materialien zu intensiven Dialogen. Von den natürlichen Gegebenheiten aus sucht die Künstlerin stets ins Wesentliche der Elemente einzudringen, ihre jeweils archetypische Form heraus zu meißeln. Dabei entblößt sie ihre Werke von allen überflüssigen materialen und mentalen „Beschichtungen“. Die Skulptur „In principio“ lässt in ihrer aufs Wesentliche konzentrierten Schlichtheit beispielhaft die Art und Weise erkennen, wie Brigitte Cabell zu Werke geht. In Marmor aus Carrara gearbeitet, zeigt das Werk eine fast spiegelglatte Oberfläche in dialogischer Spannung mit sanften konvexen Formen. Eine Ausnahme von der Regel stellt die nach innen gewölbte Form in der Hauptansicht dar, die den Charakter einer geringeren Geschliffenheit hat. Der Hinweis auf das nicht Vollendete wie bei Michelangelo ist sehr bezeichnend und lässt Cabells künstlerischen Werdegang durchscheinen. Die Künstlerin selbst erinnert daran, dass die Meister, die sie in ihrer florentiner Zeit am meisten bewunderte, Michelangelo, Donatello und Della Robbia waren. Selbstverständlich ist für einen Bildhauer der Rückbezug auf Michelangelo, wenn auch ungewollt, unverzichtbar. Das Erbe des Meisters ist nach wie vor sehr lebendig und beeinflusste auch alle Bildhauer der Moderne, von Rodin zu Arp, Brancusi und nicht zuletzt zu Moore. Brigitte Cabells Werk findet also seinen Platz auf ganz fruchtbarem Boden, in einer ununterbrochenen Zeitlinie, die markiert ist von der Kraft des Wegnehmens und Stehenlassens. „In principio“ gehört offensichtlich in die Reihe der Werke, die das „Wegnehmen“ hervorgebracht hat, das heißt die Bearbeitung des Steins, die alles, was nicht notwendig ist wegnimmt, um zum Kern zu kommen, zum Wesentlichen der Arbeit. Es scheint, dass die Künstlerin die Skulptur in einem Zustand absoluter Ruhe und in bewusster Langsamkeit geschaffen hat. Im Abrunden der Kanten wird eine gewisse Zärtlichkeit spürbar, eine besondere Sorgfalt im Glätten des Steins; alles Hinweise, die Brigitte Cabell fernhalten von der romantischen Vorstellung einer Künstlerin, die sich ungeduldig abquält. Der Eindruck, den man beim Betrachten ihrer Arbeiten bekommt, ist sehr positiv und wohltuend. Der Betrachter lasse seine Augen ohne Eile auf Werken ruhen, die in ihrer Dichte und Ursprünglichkeit antike und geheimnisvolle Welten wachrufen. Die Steine, aus denen sie gemeißelt sind, sind allesamt Ergebnisse Millionen Jahre alter Ablagerungen und in diesem Sinne berührbare Signale aus der Vergangenheit der Menschheit. „In principio“ scheint sich geradezu auf eine solche Verbindung zu beziehen. In der Hohlform in der Oberfläche des Marmorsteins sind Prägungen belassen, die den Maserungen in den Fossilen prähistorischer Pflanzen und Einzeller-Organismen ähneln, die im Pangaea-Meer herumschwammen. Die Skulptur wird so zum Symbol unseres Ursprungs, unserer Geschichte und vor allem unserer unglaublichen Evolution. Cabell bringt auf diese Weise ein verhülltes Zeichen der Hoffnung zum Ausdruck: Wenn das Leben, dank einer wunderbaren Serie von Verknüpfungen, sich in solch unglaublichen Arten hat entwickeln können, dann besteht vielleicht auch für die Menschheit mit ihren verhängnisvollen Fehlbildungen die Möglichkeit, sich zu wandeln im bewussten Fortschreiten von Stufe zu Stufe auf einer Treppe, die zu Harmonie und Glück führt. Übersetzung aus dem Italienischen von Prof. Gerd Birk


 

Aktuell

Juli 2017 Offene Ateliertage und 8. Germeringer Werktage
Artikel-Empfehlung aus der SZ.de-App: Werktage – Die archaische Seite der Kunst
Auf dem alten Kasernengelände in Germering arbeiten 16 Künstler  an ihren Skulpturen aus Stein  und Holz. Dabei wird  neun Tage lang  mit schwerem Gerät hantiert, geflext,  gesägt und gehämmert


 

11. Oktober bis 15. Oktober 2017 DICHIARAZIONE CRITICA  Biennale Milano
01. Juli bis 27. Juli 2017 ART SPOLETO
08. Mai bis 17. Juli 2017 PRO BIENNALE 2017
27. März bis  02. April 2017 Rom im Palazzo Ferrajoli: Icons of art in comparison

07. Juli bis 09. Juli 2017 Gauting ATT in der Reismühle
25. November bis 08. Dezember 2017 Como Le cinque anime della scultura IV edizione
14. bis 19. Februar 2017 Ausstellung Art en Capital im Grand Palais, Paris
Impressionen art en capital